Nach den guten Wünschen für das Neue Jahr, Gratulationen, Neuwahl einer Kassenprüferin und Testen der Homepage wird einleitend zum heutigen Thema Lebensmittelverschwendung und Klimawandel von einem Beitrag des Schleswig-Holstein Magazins am vorhergehenden Abend berichtet. Ein Lokal in Strande reduziert die Buffets, um weniger Essensreste zu produzieren, in einem Lokal in Kiel muss man, gestaffelt nach der Menge, für die Reste auf dem Teller zahlen. Das hat dazu geführt, dass nur 1 statt 2 Tonnen Essensreste anfallen.
Frau Dr. Kuhnt, ehemalige Staatssekretätin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, jetzt Vorsitzende der Preetzer Tafel e.V., schickt ihrem Vortrag die Anmerkung voraus, dass sie hier nicht mit erhobenem Zeigefinger stehen will.
Wir beobachten immer mehr Wetterrekorde durch Temperaturanstieg, Wasserdampfsättigung oder Dynamik in der Atmosphäre. Durch den Treibhauseffekt wird das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich. Mit den Veränderungen seit der industriellen Revolution durch Zunahme der Weltbevölkerung und Industrialisierung und damit verbundenem Zuwachs an Landnutzung und Verbrennung fossiler Brennstoffe sind die Treibhausgasemissionen auf weltweit 41,6 Milliarden Tonnen bzw. in Deutschland auf 649 Millionen Tonnen gestiegen (Zahlen aus 2024). In Deutschland beträgt der Anteil der Landwirtschaft 9,6 % mit 62,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen trägt zur Reduktion der Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft und Ernährung bei.
Was hat das Bild einer krumm gewachsenen Möhre mit dem Klimaschutz zu tun? 25-30% / 40% (je nach Quelle) aller produzierten Lebensmittel landen nicht auf unseren Tellern. Rund 1/3 der weltweit erzeugten Nahrungsmittel werden vergeudet. Wer wirft wieviele Lebensmittel in Deutschland weg? Der Anteil der privaten Haushalte beträgt 58%. Das sind 74,5 Kilo pro Kopf und Jahr. Gründe sind unter anderem schlechte Wirtschaftlichkeit (zuviel gekauft, zuviel gekocht), aber auch falsch verstandene Verbraucherhinweise wie z.B. das Mindesthaltbarkeitsdatum MHD, welches keineswegs ein Verbrauchsdatum ist. Man sollte immer sensorisch (riechen, schmecken, sehen, tasten) prüfen, ob das Lebensmittel noch in Ordnung ist, es aber nicht wegen des MH Datums wegwerfen.
Die Idee der Tafel existiert seit 1993. Die Tafeln sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden, und verteilen diese an armutsbetroffene Menschen. 14 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut betroffen, sie haben häufig kein Geld für frisches Obst, Gemüse oder Milchprodukte. 1,6 – 2 Millionen armutsbetroffene Menschen sind TafelkundInnen.
Die Schwerpunkte der Tafelarbeit sind das Einsammeln von Lebensmitteln und die Ausgabe in der Regel unentgeltlich oder zu einem symbolischen Beitrag (1 €). Die Arbeit der Tafeln geht aber inzwischen längst über die reine Lebensmittelausgabe hinaus.
Bei der Preetzer Tafel arbeiten über 90 Ehrenamtliche, sie ist getragen von 150 Mitgliedern und SpenderInnen. Sie versorgt inzwischen ca. 975 TafelkundInnen.
Wir sind Mitglied im Landfrauenverband Schleswig-Holstein
LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e.V.
und im Landfrauenverband Deutschland
